Fiume de Po Tour März 2012


Das kann passieren wenn man mit diesen zwei Jungs zum Wallerangeln geht und nicht aufpasst!!!

 Keine Angst, es ist niemand zu Schaden gekommen!!!

Hallo liebe Carp- Rulez Leser,

 

Nach 8-jähriger Angelabstinenz am Po war es am 24.März endlich wieder soweit. Nachdem sich die Fischerleidenschaft bei meinem alten Freund Snorre, durch meine Po-Berichte,  immer mehr einstellte, war ein geeigneter Urlaubspartner gefunden.

Petrus hatte ein Einsehen, dass sich nach wochenlanger Campsuche doch noch was auftat, weil  eine Gruppe abgesprungen war und sonst eigentlich die Camps gerade für März  Monate im Voraus ausgebucht sind.

Bella Italia empfing uns von seiner besten  Seite, 20°C, strahlender  Sonnenschein, wolkenloser Himmel und DolceVita.                                         

Das Campbetreiber Duo, Bernd und Eva von „Angeln und Kultur „empfing uns herzlich. Das Camp ist fest in bayerischer Hand. Angelkollegen aus dem Raum Straubing und München sind Vorort. Gleich waren der Proviant und die Ausrüstungverstaut, die Ruten fertig montiert  und natürlich mussten wir sofort das Boot testen und die Umgebung erkunden.

Unser  Anglerherz schlug gleichschneller, als wir diesen beeindruckenden Flussabschnitt sahen. Nach 4maligemAufenthalt im Delta und Mittelllauf begeisterte mich dieser Abschnitt umPolesella sehr. Sandbänke, Brückenpfeiler, Buhnen, Steinschüttungen, stark wechselnde Strömungsbereiche durch die wechselnde Flussbreite von ca. 80 bis 300 Meter, Strömungswirbel und Wiederkehren die wir in unserem Heimatgewässer, der Donau um Regensburg seit dem Aufstau nur noch vermindert vorfinden.

Am Abend diskutierten wir ausführlich unsere Taktik und auf Anraten des Guides Franz angelten wir nur vertikal vom Boot aus erst mit Karauschen und zuletzt nur mit Aalen. Am nächsten Tag dann mit neuem Jagdeifer  raus ans Wasser, doch 2 Tage lang konnten wir keine Bisse verzeichnen. Wir nutzten die beißfreie Zeit, um sorgfältige Echolotmessungen des Flusses zu machen. Die Vermutung des Camp-Guides erwies sich als richtig, da die letzten Tage durchwegs gut gefangen wurde, legten dieSiluri eine kleine Verschnaufpause ein.

Durch die Schönwetterperiode der letzten 2 Wochen stieg dieWassertemperatur stetig an und erreichte jetzt schon 15° Celsius. DerWasserstand fiel demensprechend um 2 Meter unter Normal.

Am 3. Tag dann endlich, mehr Aktivität der Waller, die sich durch morgendliches Oberflächenrollen bemerkbar machte. Heut` geht was!! Der ersteBiss mit 90 cm, kein Riese, doch stellte sich das Jagdfieber gleich wieder ein.Jetzt ging’s Schlag auf Schlag, der lebende Aal wurden mit einem Sog inhaliert,sofortiger Anhieb  und der nächste Waller mit 100 cm lag nach kurzem Drill im Boot. Nach einer weiteren Stunde der erste30 Pfünder mit 127cm. Die Waller waren alle g´stockert wie wir sagen und sehr kampfstark im Drill.

Am nächsten Tag dann, mit frischen Aalen versorgt, wieder in Richtung der Buhnenbereiche, die laut Echolot bis 30 Meter Tiefe aufwiesen. Und dort hatten wir bis dahin immer gute Bisse.                Bumm, ein mächtiger Biss in 20 Meter Tiefe und ich wusste sofort das ist er, mein Fisch über 2 Meter, auf den ich schon so lange hoffe. Bis dahin war die PB 195cm aus dem Delta vom Jahre 1997.

Die 50 lbs Sportex Bootsrute bog sich voll durch und meine 15 Jahre alte Shimano Baitrunner US 6500 mit einer 46er Shimano Power Pro Geflochtenen bremste wieder perfekt. Der Waller stand am Grund und machte nur kurze Schläge.Doch was jetzt ? Schock !! Trotz vollen Einsatzes fühlte ich keine Bewegung des Fisches mehr. Hänger ? Verdammt er ist im Steinbau!

Doch dann mit erhöhtem Druck, der Fisch bewegt sich, macht plötzlichstarke Schläge und kommt aus dem Loch raus. Er zieht so gewaltig, dass er mirdie Rute vollends durchbiegt, so dass ich mit der Hand an der Rolle noch nach bremse um ans Maximum zu gehen. Jetzt geht er voll in die Strömung flussauf. Ich fühle mich wie der alte Mann und das Meer. Den Motor angeworfen und dem Fisch hinterher. Nach unendlich langen 30 Minuten  plötzlich die ersten Luftblasen!!  Er hat verloren.

Nochmals Bremskontrolle, er kommt hoch, schwallt und dreht das letzteMal in die Tiefe, doch er ist ausgepumpt und kommt an die Oberfläche. GuideFranz kriegt ihn nicht alleine ins Boot und erst gemeinsam schaffen wir es.

Jetzt schnell ins Camp zur Fotosession. Jetzt können wir es erstmals ein wenig realisieren, als die erste Messung 236 cm ergibt. Der Waller ist extrem massig und vollgefressen.  Der Adrenalinspiegel ist einfach zu hoch.Eine Waage ist nicht vorhanden, aber der hat locker 100kg. Wahnsinn!!

Nach etlichen Fotos und Betrachten des Traumfisches übergeben wir ihn wieder der Freiheit und danken Petrus für dieses Erlebnis.


Nach etlichen Fotos und Betrachten des Traumfisches übergeben wir ihn wieder der Freiheit und danken Petrus für dieses Erlebnis.

Doch wenn Sie beißen, dann muss man dran bleiben und Snorre hatte ja noch keinen Fisch, bis auf einen mächtigen Biss, der in einem Abriss endete.  Also wieder an die Topbuhnen und `nen frischen Aal  servieren.

Es dauerte nicht lange und es rumste schon wieder. Nach einem schönenDrill landeten wir einen 137 cm langen Prachtwels mit satten 40 Pfund. PB für Ihn.

Die letzten 2 Tage brachten uns keinen Fisch, aber  mit insgesamt 5 Waller in einer Woche und optimalen Bedingungen vom Wetter über Unterkunft und Boot bis hin zu diesem tollen Po-Abschnitt fuhren wir überglücklich und noch voller Adrenalinheimwärts schon mit den Gedanken wann wir wieder kommen wollen.                                                                                                                                          

 

Grazie Fiume Po !!

 

LG und viel Petri Heil


Schlauch und Snorre                                                                                                                                                                     

catch the big one